Wie berechnet man kalkulatorische Zinsen anhand eines Beispiels?


Um ein Beispiel für Kalkulatorische Zinsen zu liefern, könnte ein fiktiver Marktzins von drei Prozent zugrunde gelegt werden. Das wäre im Jahr 2013 der zu erwartende Zinssatz, wenn ein Unternehmen sein Kapital am Kapitalmarkt (per Festgeld) anlegen würde. Im folgenden Beispiel wird davon ausgegangen, dass ein Anlagewert von 200.000 Euro existiert, der jährlich linear um 20% abgeschrieben wird. Auf den verbleibenden restlichen Anlagewert würden kalkulatorische Zinsen von 3% anfallen:
  • Jahr 1: (200.000 € - 40.000 €) * 3% = 4.800 €
  • Jahr 2: (160.000 € - 40.000 €) * 3% = 3.600 €
  • Jahr 3: (120.000 € - 40.000 €) * 3% = 2.400 €
  • Jahr 4: (80.000 € - 40.000 €) * 3% = 1.200 €
Es ergeben sich kalkulatorische Zinsen von 12.000 €, die erwirtschaftet worden wären, wenn das jeweils teilabgeschriebene Anlagevermögen verkauft und der Erlös am Kapitalmarkt verzinst worden wäre. Diese Zinsen sind dem tatsächlichen Betriebsgewinn gegenüberzustellen.

Tatsächlicher Kostenverlauf beim Kalkulatorische Zinsen Beispiel

In der Praxis wird die lineare Abschreibung wie beschrieben selten vorgenommen, vielmehr spielen Gesichtspunkte der Steuergesetzgebung besonders seit dem Jahr 2010 eine erhebliche Rolle. Die AfA (Absetzung für Abnutzung) muss vom Steuerpflichtigen nachgewiesen werden (§ 6 EStG), selbst eine Zuschreibung ist möglich, wenn sich Anlagegüter im Wert steigern (was beileibe nicht ausgeschlossen ist). Es ist daher denkbar, dass eine Abschreibung bei Weitem nicht so simplifiziert wie im angegebenen Beispiel erfolgt, auch wenn das in der Literatur am häufigsten so zitiert wird. Ein tatsächlicher Kostenverlauf könnte sich mithin auch wie folgt darstellen, wenn eine progressive Abschreibung vorzunehmen ist:
  • Jahr 1: (200.000 € - 40.000 €) * 3% = 4.800 €
  • Jahr 2: (160.000 € - 32.000 €) * 3% = 3.840 €
  • Jahr 3: (128.000 € - 25.600 €) * 3% = 3.720 €
  • Jahr 4: (102.400 € - 20.480 €) * 3% = 2.458 €
  • Jahr 5: (81.920 € - 16.384 €) * 3% = 1.966 €
Die Gesamtsumme der kalkulatorischen Zinsen beläuft sich in diesem Fall auf 16.784 €, also deutlich mehr als im ersten Kalkulatorische Zinsen Beispiel, was sich durch die progressive Abschreibung ergibt. In der Praxis handelt es sich hier um ein Gedankenspiel, denn die kalkulatorischen Zinsen haben steuerlich keine Relevanz.

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