Berechnung von kalkulatorischen Zinsen

Für die Berechnung Kalkulatorischer Zinsen müssen zunächst einige Größen des Unternehmensprozesses ermittelt werden. Dazu gehören das betriebsnotwendige Kapital, das betriebsnotwendige Anlagevermögen, das sich z.B. aus Maschinen, Grundstücken, Gebäuden und auch dem Fuhrpark zusammensetzt, sofern diese betriebsnotwendig sind. Hinzukommen das betriebsnotwendige Umlaufvermögen, sowie Verbindlichkeiten und Rückstellungen.

Ermittlung der Einzelgrößen


Betriebsnotwendiges Kapital ist für die Durchführung von betrieblichen Leistungsprozessen erforderlich, betriebsnotwendiges Anlagevermögen dient dauernd dem Betriebszweck.

Dazu gehören Anschaffungskosten und kalkulatorische Abschreibungen, aus beidem ergibt sich ein kalkulatorischer Restwert. Nicht betriebsnotwendige Anlagen wie vermietete Immobilien und stillgelegte Anlagen werden nicht berücksichtigt.

Hinzugerechnet wird hingegen betriebsnotwendiges Umlaufvermögen wiederum ohne die nicht betriebsnotwendigen Posten (zum Beispiel Wertpapiere), wonach ein kalkulatorischer Mittelwert während des Abrechnungszeitraums ermittelt wird.

Es ergibt sich das betriebsnotwendige Vermögen minus zinslosem Abzugskapital, nämlich den Verbindlichkeiten wie Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und notwendige Rückstellungen.

Kurzberechnung der kalkulatorischen Zinsen

Die genannten Werte zusammengenommen ergeben das betriebsnotwendige Kapital. Zur Kurzberechnung der kalkulatorischen Zinsen kann die Formel verwendet werden:
  • Kalkulatorische Zinsen = Betriebsnotwendiges Kapital * Verzinsung langfristiges Kapital
Kalkulatorische Zinsen stellen Kosten für betriebsnotwendiges Kapital dar und müssen von Zinsaufwendungen für Fremdkapital (Anderskosten) unterschieden werden. Für die Berechnung kalkulatorischer Zinsen ist die Kapitalherkunft unerheblich. Ein fiktiver Zinssatz für kalkulatorische Zinsen sollte den aktuellen Marktzins zugrunde legen. Für die Bewertung des betriebsnotwendigen Vermögens gibt es eine Durchschnitts- und eine Restwertmethode. Letztere arbeitet mit durchschnittlichen Restwerten der entsprechenden Jahre. Dabei kommt die Formel
  • Durchschnittlicher Restwert = (Anfangsbestand + Endbestand) / 2
zum Einsatz.